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Georgios Chatzoudis | 24.08.2014 | 1024 Aufrufe | Artikel

24. VIII (Forts)

Tagebucheintrag Harry Graf Kessler

Um 4 kam plötzlich doch eine Locomotive und wir fuhren los; wir, d. h. ein Hauptmann v Heimburg von der 73ten mit 100 Mann und ich mit 3 Pferden und 2 Burschen. Auf dem Rangirbahnhof fuhr eben ein Zug mit Verwundeten und Franc Tireurs aus Huy ein. Die Bevölkerung von Huy hat gestern Abend spät Munitionskolonnen (die Krupp Kolonne) in den Strassen überfallen. Ein Pfarrer und einige 20 Zivilisten im Zuge, die nach Lüttich geführt werde. Derbes Bauerngesicht des Pfarrers, der der Anstifters des Überfalls sein soll. Unter den Verwundeten Kleindowsteren von den Maikäfern; Arm in Schulter Schon. Er erzählt dass die Forts in Namur (Marchovelette, Maizeret und ?) gefallen seien. Die Division stünde auch vor den Toren der Stadt selbst. - Fahrt im Viehwagen mit Hermsbroch. In Amay Pachhelbl der eine Sanitätskolonne führt. Er stellte mich den Schwestern vor: Gräfin Fürstenstein, Gräfin Schulenburg, Frl. v. Falkenhayn u. Pritzcke etc. Alle ohne Nachrichten von ihren Angehörigen, aber lustig. Nach endlosem Aufenthalt gegen elf Nachts in Huy. Ein Gefangenentransport steht auf dem Perron aus Fort Marchovelette. Viele haben schreckliche Brandwunden im Gesicht und an den Händen. Perponcher mit ihnen. Sie erzählen, bei jedem Schuss des Kruppgeschützes der trifft, schwankte das ganze Fort hin und her. Die Fussartilleristen seien nach dem ersten Krupp Bombardement aus dem Fort fort gelaufen. Sie, die Gefangenen, seien Infanteristen, die man zum Ersatz für die Artilleristen hingeschickt habe. Es sei die wahre Hölle gewesen. Schliesslich flog der Pulverturm in die Luft. Gefragt, wie es kam, dass sie Sonnabend Nachts noch schossen. Sie erklärten, die Kommandostationen zwischen den verschiedenen Teilen des Orts seien vollkommen unterbrochen gewesen. Man habe den abgeschnürten Teil nicht den Befehl übermitteln können nicht zu feuern. Im Fort seien Sonnabend noch 125 Mann gewesen Widerstand dabei unmöglich. Den Kruppgeschossen könne überhaupt kein Fort widerstehen. Man habe sie aber ermutigt, indem man ihnen sagte 100 000 Franzosen und Engländer rückten zum Ersatz heran. Die Offiziere, bis auf den Kommandanten, seien äusserst feige gewesen und schon am Tage ausgerückt - In Huy eine ganze Seite der Strasse am Bahnhof abgebrannt. Die Schiessereien gesten seien auf Lichtsignal vom Berge her erfolgt.

Deutschen Sanitäter. Place Rogier in Brüssel während des Ersten Weltkrieges. (Passage de soldats allemands des services médicaux, porteurs du brassard Croix-Rouge. Place Rogier à Bruxelles durant la première guerre.)

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