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Georgios Chatzoudis | 11.09.2014 | 632 Aufrufe | Artikel

11. Sept. 1914. Freitag; vor Allenburg

Tagebucheintrag Harry Graf Kessler

Vormittags im Bahnhof Gr. Wohlsdorf sechs Verwundete, fünf Deutsche und ein Kosake (Schuss unter dem Herzen, Lanzenstich im Kopf, halbnackt, dicke Schmutzkruste an den Füssen blondes Schnurrbärtchen); seit achtzehn Stunden hatte sich Niemand um sie gekümmert. Marschall die Sache gemeldet und an die nächste Sanitätskolonne Radfahrer. Leuchten der Augen eines deutschen Unteroffiziers und des Kosaken, als ich ihnen Cigaretten anbot. Corpsbefehl, dass Russen geschlagen ihre Stellung östlich der Alle verlassen und auf Flucht. Wir rücken Mittags vor bis über die Alle vor Allenburg; jenseits der Alle auf den Uferhöhen die russischen Schützengräben, tief eingegraben und gedeckt; sehen sauber aus, als ob sie in voller Ordnung verlassen wären. Einzelne Russen sollen in ihnen begraben liegen. Auf den russischen Stellungen Biwak bezogen, Nachts Biwakfeuer aller Kolonnen bei warmem, klarem Wetter. Die Mannschaften sangen: Wacht am Rhein, Deutschland, Deutschland über Alles; Einzelvorträge alter Volkslieder; ernste, glückliche Stimmung. 70 000 Russen sollen gestern oder vorgestern nördl. von hier bei Labiau gefangen sein, darunter 10 Generäle.

Ankunft Verwundeter in Besztercze, 31.10.1916

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